26 – Einladungen leben, aussprechen und annehmen

Wenn ich meinen Zahnarzt anrufe, um einen Termin zu vereinbaren, und er sagt mir, er habe die ganze folgende Woche keine Stunde mehr frei, glaube ich ihm. Er ist ein seriöser Profi. Aber wenn mich jemand zu einer Tagung einlädt, zu einer Diskussionsrunde, zur Mitarbeit an einem Sammelband, zur Teilnahme an einer Jury und ich sage ihm, daß ich keine Zeit habe, glaubt er mir nicht. “Na, na, Herr Professor”, sagt er, “einer wie Sie wird die Zeit schon finden!” Offensichtlich werden wir Geisteswissenschaftler nicht für seriöse Profis gehalten, wir sind Tagediebe.

Umberto Eco

Wann hast du zuletzt eine Einladung ausgesprochen? Wann zum letzten Mal eine Einladung angenommen?

Unterschiede erkennen

Was ist der Unterschied zwischen einer Einladung und einer Verabredung? Für mich besteht der Unterschied in der Haltung des Menschen.

Bei einer Einladung drücke ich meinen Wunsch danach aus, Zeit mit dem Gegenüber zu verbringen. Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit. Lasse dem anderen aber die Wahl ob er die Einladung annimmt. Bei einer Verabredung, geht es ebenfalls um gemeinsame Zeit die wir verbringen, aber es ist verbindlicher. Aus einer Einladung kann eine Verabredung werden.

Wenn ich eine Einladung ausspreche, dann bin ich meiner Rolle als Gastgeberin bewusst. Ich möchte das es dem*der anderen gut geht, bei mir. Das ich in der gemeinsamen Zeit mit meinem Fokus bei Ihm*Ihr bin. Ich sorge dafür das das Ambiente stimmt, das die Ablenkungen weg sind, das wir auf Augenhöhe miteinander sprechen können.

Einladung schreiben, persönlich einladen, einladende Grundhaltung

Wenn ich diese Haltung in den Geschäftsbereich übertrage, bekommen Geschäftstermine auf einmal eine ganz neue Bedeutung. Ich lade meine Mitarbeiter*innen, meine Kund*innen, meine Geschäftspartner*innen, meine Kollegen zu mir ein. Bedeutet, ich bin Gastgeberin. Ich sorge dafür das wir nicht zwischen einem Schreibtischgetrennt mit Bildschirm darauf, sitzen. Ich sorge für eine ungestörte Atmosphäre. Ich setze mich auf Augenhöhe. Ich sorge für eine gute Beleuchtung, etwas zu trinken. Ich frage nach und höre zu. Ich sage meine Meinung und komme ins Gespräch.

Meine Rolle ist klar

Wenn ich mir dieser Grundhaltung bewusst werde. Das ich diejenige bin die Einladungen ausspricht, dann ist meine Rolle und die damit verbundene Verpflichtung für mich auch klar.

Ebenso geht es anders herum. Wenn ich eingeladen werde, dann habe ich die freie Wahl eine Einladung anzunehmen, oder höflich abzulehnen. Beides kann Konsequenzen nach sich ziehen. Aber es ist meine freie Entscheidung. Wenn ich der Einladung folge, dann bin ich Gast in einem fremden Haus. Bedeutet ich benehme mich dementsprechend. Frage nach was sich gehört. Im Schwäbischen wenn ich da nach Hause eingeladen werde, ist es z.B. Sitte die Schuhe vor der Wohnung auszuziehen. Wenn ich mir Unsicher bin, frage ich nach. Denn es ist nicht mein Haus, somit auch nicht meine Regeln.

Verabredungen, Termine, Meetings, Einladungen, Vernetzungen

Auf den Geschäftsbereich übertragen, bedeutet das. Ich betrete ein anderes Büro, eine andere Firma eine andere Struktur. Wenn ich mein Handy brauche, frage ich ob es o.k. ist wenn ich es auf den Tisch lege. Wenn ich PC etc. brauche ebenso. Wenn mir etwas angeboten wird, nehme ich es an und bedanke mich, oder lehne höfflich ab.

Als Gastgeberin und als Gast bin ich pünktlich, denn der*die andere nimmt sich extra für mich Zeit. Dies ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr.

Meine Selbsthaltung

Ich habe für mich persönlich entschieden, dass ich grundsätzlich eine einladende Selbsthaltung haben möchte. Bedeutet für mich:

  • Menschen sind mir wichtiger als Dinge.
  • Wenn Menschen bei mir spontan vorbei kommen, sind sie willkommen.
  • Ich habe einen inneren Glaubenssatz: Für Mitmenschen habe ich immer Zeit.
  • Ich teile gerne das was ich habe, mit den Menschen die bei mir zu Gast sind.

Das überträgt sich bei mir auch in den Businessbereich. Mein Büro hat einen gestalteten Besprechungsbereich. Meine Tür ist, in der Regel offen wenn ich nicht gerade in einem Gespräch bin. Ich habe meine Todo`s so strukturiert, dass auch Unterbrechungen möglich sind. Wenn jemand die Tür hereinkommt stehe ich auf, begrüße, bitte ihn*sie sich hinzusetzen und höre aktiv zu.

Herzlich Willkommen, schön das du da bist, Einladen, Türe öffnen

Seitdem ich mich dafür entschieden habe, steigert diese Haltung die Effektivität, das Betriebsklima und die Mitarbeiter*innen Zufriedenheit.

Einladend leben, bedeutet für mich auch neugierig zu sein. Interesse zu zeigen an dem wie meine Mitmenschen leben. Eine einladende Haltung, bedeutet sich für seine Umwelt zu interessieren.

Ich freue mich darauf, wenn du meiner Einladung folgst. Ich interessiere mich dafür was bei dir hakt, wo du dich weiterentwickeln willst. Meine Einladung zum kostenlosen Orientierungsgespräch ist hiermit ausgesprochen. Es liegt an dir ob du sie annimmst. Klicke einfach hier.


Wenn du noch mehr zum Thema hören willst, klicke dich in die passende Episode meines Podcasts gerne rein.

026 – Einladungen leben, aussprechen und annehmen

Bild von stempow auf Pixabay, Bild von Karolina Grabowska auf Pixabay Bild von Mabel Amber auf Pixabay

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